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Dr.-Ing. Wolfgang Mühlschwein VBI




Büro für Baustatik und Bauphysik
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Projekt: Silvertower, Frankfurt am Main
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Silvertower – Das Ende einer Zusammenarbeit

Der Neubau für die ehemalige Zentralverwaltung der Dresdner Bank AG war zur Zeit der Rohbauerstellung mit 166,30 m Höhe das höchste Hochhaus der Bundesrepublik. Der Rohbau begann im Jahr 1974 und wurde im Mai 1977 nach 3-jähriger Bauzeit vollendet. Das Gebäude war ursprünglich auf 32 Geschosse hin geplant. Durch einen Beschluss der Stadt Frankfurt wurden zunächst 7 Geschosse gestrichen. Die Dresdner Bank AG entschloss sich jedoch eine Aufstockungsvariante zu verfolgen, die ein nachträgliches Erstellen dieser „gestrichenen“ 7 Geschosse möglich machte. Angesicht des plumpen Rohbaues ließ sich die Stadt dann doch noch überzeugen, die 7 Geschosse nachträglich zu genehmigen. Diese Entscheidung erreichte das Planungsteam im Mai 1976, nachdem 24 Obergeschosse erstellt waren.  Das Hochhaus konnte mit dieser Höhe den ganzen Stolz der Dresdner Bank AG der damaligen Zeit verkörpern und krönte die Nachkriegsentwicklung dieser Bank, die baulich in Frankfurt am Main mit dem Bau des Zinserturms begann.

Der Bau des Zinßer-Turms im Jahre 1950 bedeutete für unser Büro den Beginn, die Umbaumaßnahme mit brand- und wärmeschutztechnischer Modernisierung  des Silvertowers, die Dezember 2011 abgeschlossen sein wird, verkörpert das Ende der Zusammenarbeit mit einem großen Auftraggeber, der Dresdner Bank AG.

Der Silvertower mit dem davor gelagerten Vorstandsgebäude „Gallusanlage 8“, links der Gallileo, rechts der Skyper in der Abenddämmerung – Die Dresdner Bank AG (und die Philipp-Holzmann AG) gibt es nicht mehr.

Gut 30 Jahre nach Fertigstellung des Silvertowers und 6 Jahre nach Fertigstellung des Gallileos, des  zweiten Hochhauses, das die Dresdner Bank AG in unmittelbarer Nachbarschaft des Silvertowers baute und dafür den Zinserturm abreißen musste, geschah das, was niemand für möglich hielt: Im Mai 2009 ging die Marke Dresdner Bank AG in die Hände der Commerzbank AG über. Aus dem grünen Band der Sympathie wurde ein gelbes. Der Name der Dresdner Bank verschwand schließlich 2010. Und an der hellen Aluminiumfassade wurde das grüne Logo abgebaut, und das rote des zukünftigen Mieters, der Deutschen Bahn, installiert. Im November 2011 meldete schließlich die FAZ, der Silvertower sei verkauft.

Der Silvertower markiert für unser Büro nicht nur ein anspruchsvolles Umbau- und Modernisierungsprojekt mit dem großen und erfolgreichen Frankfurter Architekturbüro schneider + schumacher - eine hervorragende Zusammenarbeit, die Ende 2008 begann. Das Projekt ist gekennzeichnet durch Umbauten, Einbauten, Verstärkungen, Sanierungen und Perforierungen einer gegebenen, gutmütigen Stahlbetonstruktur, die sich auf massive, geschweißte Stahlstützen aus quadratischen Hohlprofilen abstützt, und durch zwei markante Hochhauskerne ausgesteift ist (vgl. hierzu Buch, Paul, „Zum Bau des Verwaltungsgebäudes der Dresdner Bank AG in Frankfurt“, Beton- und Stahlbetonbau, Juni 1979, Heft 6, S.137ff).  Der Silvertower markiert für unser Büro auch das Ende der Zusammenarbeit mit einem einstmals stolzen Bauherrn. Der Turm vermittelt so für uns ein Stück Vergänglichkeit, ein Stück Tristesse, das man gewohnt ist, aus dem oftmals hektischen Berufsalltag zu verbannen. Wir erinnern uns mit Dankbarkeit an all die vielen engagierten Menschen, die wir über all die Jahre im Rahmen dieser Bauherrenbeziehung kennenlernen durften

Unser Wunsch ist, dass sich möglichst viel vom erarbeiteten Vertrauen mit dem großen Auftraggeber Dresdner Bank AG an den neuen Auftraggeber Commerzbank AG übertragen lässt. In jedem Ende stecke ein neuer Anfang - sagt man. Schön wäre es.

 
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