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Projekt: Turnhallen-Baukastensystem für Frankfurter Schulen
in Passivhaus-Bauweise

Außenansicht Zentgrafenschule

Außenansicht Zentgrafenschule

Innenansicht Zentgrafenschule

Innenansicht Zentgrafenschule

 

Artikel "Es lebe der Sport" aus BAUEN MIT HOLZ 05/2011 Artikel "Es lebe der Sport" aus BAUEN MIT HOLZ 05/2011

Ein Baukastensystem in Holzbauweise ermöglicht der Stadt Frankfurt den kostengünstigen Neubau einer Vielzahl an Turnhallen. Dank des Passivhausstandards werden auch die laufenden Kosten gering gehalten.

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Turnhallen-Baukastensystem für Frankfurter Schulen in Passivhaus-Bauweise
Holz ist ein Baustoff, für den man sich begeistern kann. Die FAZ vom 18.11.2011 schreibt: „3381 Millionen Kubikmeter beträgt der aktuelle Holzvorrat in Deutschland, das ist europäischer Spitzenwert, noch vor Schweden und Frankreich. 80 Millionen Kubikmeter wachsen jährlich nach, 70 werden geerntet, und nur ein Drittel dieser Ernte reicht aus, um alle Neubauten eines Jahres in Holz auszuführen“. In der Forstwirtschaft liegen die Wurzeln des so eingängigen Begriffes der Nachhaltigkeit. Holz wächst nach, Stahl, Mauerwerk und Stahlbeton nicht – An dieser Tatsache kann kein Lobbyist vorbei. Der Baustoff Holz kann diese Tatsache aber nur zur Geltung bringen, wenn es Planer gibt, die mit diesem detailintensiven Werkstoff umgehen können. Das Rhein-Main-Gebiet mit seinen Hochhäusern steht für andere Baustoffe, der „übliche“ Planer in dieser Region in der Regel auch.

Vielleicht waren dies die Gründe dafür, dass der Wettbewerb, den der energiebewusste Bauherr, die Stadt Frankfurt am Main, 2007 auslobte (ein Turnhallen-Baukastensystem in Passivhausbauweise für geplante 26 Sporthallen sollte vorgeschlagen werden), von dem Architekturbüro „D’Inka Scheible Hoffmann Architekten“ aus dem Süden Deutschlands (Fellbach bei Stuttgart) gewonnen wurde - der Sieger-Entwurf: eine elementierte Halle aus Holz. 8 Hallen wurden bisher gebaut. (Bonifatiusschule, Zentgrafenschule, Friedrich-Fröbel-Schule, Käthe-Kollwitz-Schule, Astrid-Lindgren-Schule, Albrecht-Dürer-Schule, Ebelfeldschule, Liebig-Schule)

2007 erhielten wir den Auftrag, die statisch-konstruktive Bearbeitung des Baukastensystems zu übernehmen.  75 cm hohe und 7,5 cm breite Holzträger aus Furnierschichtholz der Marke KERTO, die im Abstand von 1,235 m liegen, überspannen die gesamte Hallenbreite von 15,0 m. Jeweils zwei Deckenträger bilden mit einer 35 mm dicken Furnierschichtholzplatte eine Art Pi-Platte mit einer Gesamtbreite von 2,470 m, das Standard-Deckenelement. An ihren Auflagern geben die Deckenträger ihre Lasten an Wandrippen ab, die ebenfalls 7,5 cm breit, aber nur 36 cm hoch sind, und auch 1,235 m Achsabstand aufweisen. Zwei Wandrippen werden innenseitig mit einer OSB-Platte verbunden, erhalten so ihre Scheibenwirkung und bilden das Standard-Wandelement. Diese beiden Elementtypen sind die Basistypen des Baukastensystems.

Wir bedanken uns bei den Architekten für ihre Ideen, für die fruchtbaren Abstimmungsgespräche und für die gute Stimmung, die die Projektarbeit bis heute begleitet. In aller Regel haben auch die ausführenden Holzbaufirmen und Zimmereien durch ihre Kompetenz und durch die Qualität der Zimmerleute vor Ort  (Walter Kastor GmbH & Co. KG, Oberwesel; IHR Tischler GmbH & Co. KG, Herth-Pöllnitz; Kaufmann-Bausystem A-Reuthe; Müller-Blaustein, Blaustein) mitgeholfen, dass das Hallentragwerk in 25 Arbeitstagen aufgestellt werden kann.

In einem internationalen Wettbewerb, ausgelobt vom Passivhaus Institut Darmstadt, wurde das Baukastensystem von D’Inka Scheible Hoffmann Architekten mit dem Sonderpreis „Architekturpreis 2010 Passivhaus“ ausgezeichnet. Im Rahmen des Wettbewerbs „Deutscher Holzbaupreis 2011“ kam unser Projekt „in die engere Wahl“, was ein herausragendes Urteil bedeutet. Die Architekten erhielten von der Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen die "Auszeichnung vorbildliche Bauten im Land Hessen 2011".

 
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